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Kleingartenkultur Zwischen Gemeinschaft, Tradition Und Neuen Herausforderungen

Kleingartenkultur zwischen Gemeinschaft, Tradition und neuen Herausforderungen

Wer in diesen Tagen eine große hannoversche Tageszeitung öffnet, liest mitunter von erheblichen Problemen, vor denen Kleingartenvereine stehen: etwa wenn nach Jahrzehnten plötzlich die Vorschriften aus dem Bundeskleingartengesetz strikt umgesetzt werden — darunter die Begrenzung von Lauben auf 24 Quadratmeter Grundfläche inklusive überdachtem Freisitz.

Am Abend der Weihnachtsfeier des Kleingartenvereins Flora e.V. zeigte sich deutlich, wie sehr solche Regelungen viele Gartenfreundinnen und Gartenfreunde vor massive Herausforderungen stellen können. Der Verein ehrte langjährige Mitglieder – darunter auch Personen mit 40-jähriger Mitgliedschaft –, und die Stimmung war geprägt von Wertschätzung, aber zugleich von Sorge und Nachdenklichkeit.

Dr. Wjahat Waraich, Bezirksbürgermeister von Bothfeld-Vahrenheide, machte in seinem Grußwort deutlich: Niemand in diesem Verein verschließt sich Regeln oder Vorschriften. Und niemand bestreitet, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden müssen. Doch wenn nach 40 Jahren bestehende Lauben betroffen sind — und dann mit großer Vehemenz und teilweise sehr kurzen Fristen gehandelt wird —, ist das für viele Pächterinnen und Pächter nicht nur belastend, sondern auch kaum nachvollziehbar.

Hinzu kommt eine weitere Regelung, die aktuell ebenfalls zu Missverständnissen führt: die Vorgabe, dass Schwimmbecken in Kleingärten nur in „handelsüblichen Größen“ zulässig seien. Da dieser Begriff nicht klar definiert ist, entsteht in der Praxis Verunsicherung. Viele Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben seit Jahren kleine Aufstellbecken genutzt, ohne Beanstandung – und nun drohen plötzlich Beanstandungen oder Rückbauten. Auch hier plädiert Dr. Waraich für Augenmaß und Dialog.

Als Bezirksbürgermeister wünscht er sich, dass die Stadtverwaltung den Austausch mit dem zuständigen Bezirksverband intensiviert und den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern spielraumorientierte Übergangsregelungen eingeräumt werden. Nur so könne verhindert werden, dass langjähriges Engagement und wertvolle Gemeinschaft zerstört werden – ohne dass ökologische und gesetzliche Ziele aus dem Blick geraten.

Der Abend beim KGV Flora machte deutlich, wie lebendig und bedeutend die Kleingartenkultur in Hannover ist. Und er führte vor Augen, dass gesetzliche Regelungen stets mit Respekt vor jahrzehntelanger Gemeinsinn- und Gartenarbeit umgesetzt werden müssen. Dr. Waraich dankt dem Verein für die Einladung, allen Geehrten für ihren Einsatz – und wünscht, dass eine faire und nachhaltige Lösung für alle Beteiligten gefunden wird.

 

 

Im Bild mit dem Vorstand des KGV Flora e.V. und Florian Spiegelhauer, Ratsherr der LHH und Cornelia Busch, Abgeordnete der Regionsversammlung

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